Glück

Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert,
vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen,
Glück ist bunte Blumenpracht
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Regen, wenn es heiß ist,
Glück ist Sonne nach dem Guß,
Glück ist, wenn ein Kind ein Eis ißt,
Glück ist auch ein lieber Gruß.

Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
Glück ist weißer Meeresstrand,
Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
Glück ist eines Freundes Hand.

Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist Spaß in froher Runde,
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut.

Clemens von Brentano

Geduld

    „…, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, Geduld zu haben gegen alles ungelöste in ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

    Rainer Maria Rilke

St. Theresas Gebet

Möge heute überall Frieden sein.

Mögest Du Gott vertrauen,  dass Du genau dort bist, wo Du vorgesehen bist zu sein.

Mögest Du Dir der unendlichen Möglichkeiten gewahr sein, die durch den Glauben geboren werden.

Mögest Du  jener Geschenke bedenken, die Du erhalten hast und die Liebe weiterleiten, die Dir gegeben wurde.

Mögest Du in Zufriedenheit wissen, dass Du ein Kind Gottes bist.

Lass diese Gewissheit mit tiefen Atemzügen bis in deine Knochen dringen und dort ihren Platz finden und erlaube Deiner Seele die Freiheit zu singen, zu tanzen, zu loben und preisen und zu lieben.

St. Theresa

Wachstum

    Wachstum ist gut,
    sagte der Luftballon und platzte.

    Wachstum ist schlecht,
    sagte der Riese und fraß die Zwerge.

    Wachstum ist gut,
    sagte das Feuer und hinterließ nur Asche.

    Wachstum ist schlecht,
    sagte der Tod und lachte.

    Ich weiß überhaupt nicht, wovon ihr redet,
    sagte die Raupe und wurde zum Schmetterling.

    unbekannt

Der beste Weg Gott zu erkennen

Ich denke immer, das beste Mittel, Gott zu erkennen, ist viel zu lieben.

Liebe einen Freund, eine Frau, ein Ding – was immer du willst, dann bist du auf dem Weg, mehr über Ihn zu erfahren; das ist es, was ich mir sage.

Aber man muss mit einer hohen und ernsten, intimen Sympathie lieben, mit Stärke, mit Einsicht; und man muss immer versuchen, tiefer, besser und mehr zu erkennen. Das führt zu Gott, das führt zu unerschütterlichem Glauben.

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Segen für die Arbeit

Möge das Licht deiner Seele dich leiten.

Möge das Licht deiner Seele deine Arbeit
mit der heimlichen
 Liebe und Wärme deines Herzens segnen.

Mögest du in allem, was du tust, die Schönheit deiner Seele erblicken.

Möge die Heiligkeit deiner Arbeit denen,
die mit dir zusammenarbeiten, und denen, die deine Arbeit sehen und Nutzen 
aus ihr ziehen, Heilung, Licht und Erneuerung schenken.

Möge deine Arbeit in dir Quellen der Erquickung,
der Inspiration und der Begeisterung freisetzen.

Mögest du gegenwärtig sein in allem, was du tust.

Möge der Morgen dich wach und munter antreffen,
bereit,
 deinem Tag mit Träumen, Hoffnungen und positiven
 Erwartungen entgegenzutreten.

Möge der Abend dich heiter und zufrieden antreffen.

Mögest du gesegnet, behütet und geborgen in die Nacht eingehen.

Möge deine Seele dich beruhigen, trösten und erneuern.

John O´Donohue,
aus „Anam Cara

Schmetterling

„Jede Form der Entwicklung findet in einer Atmosphäre von Sicherheit, gegenseitiger Zuneigung und Vertrauen, die beste Grundlage.“

Im Königreich der Natur werden die kleinen zarten Keimlinge mit besonderem Schutz umgeben, hart oder weich umhüllt, beflügelt oder mit Düften umschmeichelt. In jedem Fall sollen sie ihre Aufgabe erfüllen: die Botschaft der Keimzelle weiterzutragen, damit sich ihre Gruppenseele weiterentwickeln kann, die letztendlich ein Mitglied der himmlischen Gemeinschaft göttlicher Ordnung ist.

Wo immer kleine Wesen die Welt erblicken, wird alles getan, damit sie sich entwickeln können. Auch du hast bekommen, was nötig war, damit du so bist und dort ankamst, wo du heute stehst. Viele Transformationen waren nötig. Und fortwährend hast du deine innerliche und äußere Form verändert und vervollkommnet. In einem Klima gegenseitigen Respekts gedeihen Beziehungen gut, denn es werden die jeweiligen Möglichkeiten und Grenzen geachtet.

Sei wie der Schmetterling, habe keine Scheu davor, dein wahres Wesen zu entpuppen und damit angenommen zu werden.

Magische Morgen

    Früh am morgen, wenn der Lärm noch nicht entzündet ist, die Welt noch unschuldig still in ihren Träumen liegt, öffnen sich Spalten in unserer Realität, hin zu einer anderen magischeren Welt, Feen und Kobolde, die die Nacht beherrscht haben, verschwinden in ihre anderen Dimensionen.

    Früh am morgen, wenn der Tag noch in den Federn liegt, die Dämmerung sich langsam heraufsäuselt, lassen magische Momente einen Blick werfen, auf die Welt wie sie wirklich ist und man kann berührt werden von diesem Duft, der wahren Wirklichkeit.

    Früh am morgen, noch vor dem Aufstehen, sind die Menschen noch berührbar, sensibel, nachsichtig, weitsichtig, noch verbunden mit der Göttin, die jeden neuen Tag gebiert, auf das man liebe, was man hat.

    Früh am morgen, wenn selbst die Kinder noch schlafen, spielen Puppen und Bauklötze um die Wette, lachen glucksend leise dem Tag entgegen, freuen sich auf ihre schlafenden Spielgefährten, die der Göttin noch so nah sind.

    Früh am morgen, wenn der Tau noch nicht verschwunden ist, tanzen über den Wiesen tausenderlei Zauberwesen, weben magische Netzwerke, um die Welt zusammenzuhalten, beten für die Göttin und ihre Menschen, damit sie sich wieder näherkommen, lieben fast die Welt aus den Angeln,
    doch dann erwacht, der tägliche Trott. Sieht mit verschlafenen Augen traurig und mürrisch in die Welt, aber auch er merkt schon, dass es jeden Tag immer besser wird und es könnte sich eines Tages zum Guten wenden, wenn wir der Welt nur genügend magische Morgen lassen.

    Markus Euler

Liebeserklärung an einen Tanz

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Spüre die Erde unter den Füßen
Die Wurzeln der Klänge
Lass die Musik deinen Körper erobern
Und deine Seele

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Schenk deiner Sehnsucht goldene Flügel
Schließ deine Augen und träume .
Träum von der endlosen Weite des Meeres
Und von dem Spiel der Wellen
Vom Aufgang der Sonne über der Bucht
Und von dem Schrei der Möwe
Und den vielen bunten Kähnen
Und dem Geruch der Fische
Vom Geschmack des Salzes
träume vom Prickeln der Haut
Vom leuchtenden Blau und Weiß der Häuser
Von Granatäpfeln und Olivenhainen
Von der kleinen Kapelle hoch auf dem Felsen
Von scheuen Blicken und lachenden Augen
Von zerfurchten Gesichtern, die Geschichten erzählen

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Lass dich erfassen vom Gleichklang der Schritte
Fühle und höre ihr Trommeln
Tauch ein in den Rhythmus des Lebens
Ein Schritt für das Weinen und zwei für das Lachen
Ein Schritt für die Einsamkeit und zwei für die Liebe
Ein Schritt für die Angst und zwei fürs Vertrauen
Ein Schritt für die Flucht und zwei für die Hingabe
Ein Schritt für den Krieg und zwei für den Frieden
Ein Schritt für die Fesseln und zwei für die Freiheit
Ein Schritt für den Tod und zwei für das Leben

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Lass die Musik deinen Körper erobern und deine Seele

Schliesse die Augen und träume
Tanze und träume und tanze die Liebe
Tanze und träume und tanze das Leben
Tanze und tanze und tanze

Omal