Alle Beiträge von dorothee

Magische Morgen

    Früh am morgen, wenn der Lärm noch nicht entzündet ist, die Welt noch unschuldig still in ihren Träumen liegt, öffnen sich Spalten in unserer Realität, hin zu einer anderen magischeren Welt, Feen und Kobolde, die die Nacht beherrscht haben, verschwinden in ihre anderen Dimensionen.

    Früh am morgen, wenn der Tag noch in den Federn liegt, die Dämmerung sich langsam heraufsäuselt, lassen magische Momente einen Blick werfen, auf die Welt wie sie wirklich ist und man kann berührt werden von diesem Duft, der wahren Wirklichkeit.

    Früh am morgen, noch vor dem Aufstehen, sind die Menschen noch berührbar, sensibel, nachsichtig, weitsichtig, noch verbunden mit der Göttin, die jeden neuen Tag gebiert, auf das man liebe, was man hat.

    Früh am morgen, wenn selbst die Kinder noch schlafen, spielen Puppen und Bauklötze um die Wette, lachen glucksend leise dem Tag entgegen, freuen sich auf ihre schlafenden Spielgefährten, die der Göttin noch so nah sind.

    Früh am morgen, wenn der Tau noch nicht verschwunden ist, tanzen über den Wiesen tausenderlei Zauberwesen, weben magische Netzwerke, um die Welt zusammenzuhalten, beten für die Göttin und ihre Menschen, damit sie sich wieder näherkommen, lieben fast die Welt aus den Angeln,
    doch dann erwacht, der tägliche Trott. Sieht mit verschlafenen Augen traurig und mürrisch in die Welt, aber auch er merkt schon, dass es jeden Tag immer besser wird und es könnte sich eines Tages zum Guten wenden, wenn wir der Welt nur genügend magische Morgen lassen.

    Markus Euler

Liebeserklärung an einen Tanz

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Spüre die Erde unter den Füßen
Die Wurzeln der Klänge
Lass die Musik deinen Körper erobern
Und deine Seele

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Schenk deiner Sehnsucht goldene Flügel
Schließ deine Augen und träume .
Träum von der endlosen Weite des Meeres
Und von dem Spiel der Wellen
Vom Aufgang der Sonne über der Bucht
Und von dem Schrei der Möwe
Und den vielen bunten Kähnen
Und dem Geruch der Fische
Vom Geschmack des Salzes
träume vom Prickeln der Haut
Vom leuchtenden Blau und Weiß der Häuser
Von Granatäpfeln und Olivenhainen
Von der kleinen Kapelle hoch auf dem Felsen
Von scheuen Blicken und lachenden Augen
Von zerfurchten Gesichtern, die Geschichten erzählen

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Lass dich erfassen vom Gleichklang der Schritte
Fühle und höre ihr Trommeln
Tauch ein in den Rhythmus des Lebens
Ein Schritt für das Weinen und zwei für das Lachen
Ein Schritt für die Einsamkeit und zwei für die Liebe
Ein Schritt für die Angst und zwei fürs Vertrauen
Ein Schritt für die Flucht und zwei für die Hingabe
Ein Schritt für den Krieg und zwei für den Frieden
Ein Schritt für die Fesseln und zwei für die Freiheit
Ein Schritt für den Tod und zwei für das Leben

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Lass die Musik deinen Körper erobern und deine Seele

Schliesse die Augen und träume
Tanze und träume und tanze die Liebe
Tanze und träume und tanze das Leben
Tanze und tanze und tanze

Omal

Mein Herz ist ein Thron des Mutes

    Leben erfordert Mut.
    Allen Mut, den ich brauche,
    bekomme ich vom Leben selbst.
    Ich werde bei jedem Schritt geführt und unterstützt.
    Ich muß mich nur öffnen,
    um Unterstützung und Führung zu erhalten.
    Ich gebe meiner Demut die Ehre,
    indem ich mein Bedürfnis nach Hilfe eingestehe.
    Ich heiße die Würde willkommen,
    Gleicher unter Gleichen zu sein.
    Ich gebe mir selbst die Ehre,
    weil ich den Mut besitze,
    meiner Führung zu folgen.

    Julia Cameron

Ich besitze einen inneren Kompass

Ich suche in allen Dingen nach Hilfe und Führung.

Ich höre meine Führung deutlich und reagiere darauf.

Ich bin frei zu wählen und frei meine Entscheidungen zu ehren.

Ich handele mit Zutrauen und Freiheit, bewege mich darauf zu,
das auszudrücken, was Gott in mir ist.

Indem ich mein Leben Gottes leitender Fürsorge öffne,
verändert sich mein Leben von Grund auf.

Julia Cameron

Da Draussen

    Da draussen wirst du alles erkennen.
    Die offenen Enden treffen zusammen, werden wieder heil:
    Und du bist es selbst – dein ganz und gar geformtes, doch
    ständig sich verwandelndes tiefes Selbst.

    Jeder Blick zurück, noch so unbeholfen, wird sich lohnen.
    Mit jeder Träne die du weintest,- weinen wolltest -,
    werden deine Knochen, die zerbrachen, wieder ganz.

    Die Risse deines Herzens – du brauchst sie nicht mehr zu
    verstecken hinter stählernen Trägern, mächtigen Feigen-
    Bäumen – oder gar unter Reispapier.

    Du benötigst nicht so viel wie den Flügel einer Libelle. um diese
    schwergeprüfte Stelle zu bedecken, dein geheimstes zu schützen,
    das du so sehr liebst und durch die Jahre scheinbar schonungsloser
    Drangsal unversehrt zu bewahren hoffst.

    Geh nun, lebe in Frieden, mein Freund, denn gewiss
    gibt es die Liebe um dich einzuhüllen, und das Leben,
    auf das du es genießt:

    Dein Anteil dran ist unermesslich. Die Liebe wird das „Mehr“ sein,
    das du ersehntest. Wenn es so weit ist, wirst du verstehen. Du
    wirst dich selbst so lieben, wie kein Liebender je das Herz hatte,
    dich zu lieben.

    Und die Wärme, die du dir wünschtest, wird dein Kopfkissen füllen,
    auf dem Fenstersims tanzen und sich verbergen vorne
    in deinen Strümpfen, um deine Zehen zu erwarten.

    Deborah Mears

Segen für die Sinne

    Gesegnet sei dein Körper.
    Mögest du erkennen, dass dein Körper
    ein schöner und treuer Freund deiner Seele ist.
    Mögest du Frieden erfahren und Freude und erkennen,
    dass deine Sinne heilige Schwellen sind.
    Mögest du erkennen, dass Heiligkeit achtsames Blicken ist,
    fühle hören und berühren.
    Mögen deine Sinne dich versammeln und heimführen.
    Mögen deine Sinne dich immerdar befähigen,
    das Universum zu feiern und das Geheimnis
    und die Möglichkeiten deines Hierseins.
    Möge der Eros der Erde dich segnen.

    John O´Donohue,
    aus Anam Cara

Selbsterkenntnis

Nur wer sich auf den Weg macht
in sich selbst
und immer weiter geht,
wird Schritt für Schritt
von andern Menschen 
immer mehr verstehen,
womöglich mehr bald 
als sie selber von sich sehen.

Wer in sich geht, geht gleichzeitig in andere.
Denn, die geheime Einheit allen Lebens
offenbart 
sich in der Tiefe der Selbstentdeckung.

Jeder ist seines Rätsels Lösung.

Autor unbekannt

Mensch unter Menschen

“ … Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet durchschaut zu werden, kann er weder sich selbst noch andere erkennen – er wird alleine sein. Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unserem nächsten. Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet. In solchem Boden, können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen.

Richard Beauvais

Sag nicht

Sag’ nicht ich könnte nicht reden
nur weil du mich nicht schreien hörst

Glaub’ nicht ich könnte nicht weinen
nur weil du meine Tränen nicht siehst

Denk’ nicht mich gäbe es nicht
nur weil ich nicht im Lexikon stehe

Press’ mich nicht in eine Schublade
wenn der Schrank schon zu klein für mich ist

Lege deine Seele in mein Herz
Ich lasse sie erst gehen
wenn sie erkennt
wo sie ist

Markus Euler