Kleiderschrank – hier wohnt der Selbstwert

Immer wieder werde ich gebeten beim Kleiderschrank ausmisten zu Helfen. Solche Vorhaben begeistern mich sehr, denn der Zugewinn an Entspannung, Selbstwert und Freude ist jedesmal ganz wunderbar. Allerdings lasse ich mich nur darauf ein, wenn wirklich ausreichend Zeit und die Besitzerin bereit ist für grundlegende Veränderung.

 

Das Ziel ist, sich zu freuen wenn man an den Schrank geht.

Freude löst ein Kleiderschrank dann aus, wenn er voller Kleider ist, die passen, und die mit guten Gefühlen verbunden sind.

Bestenfalls enthält der Schrank nur Teile, die direkt angezogen werden können. Also nichts was erst noch geändert oder geflickt werden muss. Und es sollte so viel Platz sein dass alles zu sehen ist und auch gebügelte Teile gut aufbewahrt werden können.

Und so geht´s:

Als Erstes wird alles ausgeräumt.

Schon dabei  gibt es oft freudige Überraschungen weil Teile wieder entdeckt werden, die länger verschollen waren. Manchmal wissen die Frauen garnicht mehr was sie alles haben und schon gar nicht wo.

Dann wird jedes Teil begutachtet und wenn nötig auch anprobiert.

  • Passt es dir?
  • Fühlst du dich wohl darin?
  • Macht es dich froh?
  • Weißt du was du dazu trägst?
  • Brauchst du es?

In den leeren und sauberen Schrank kommen nur die Teile, bei denen die Antworten positiv ausfallen.

Nicht selten können große mengen der Klamotten weg weil, nicht kleidsam, nicht passend oder abgetragen … In den Schränken entstand Raum.

Was nicht mehr den Weg in den Schrank findet, wird nach unterschiedlichen Kategorien sortiert: Ändern lassen, Familie/Freundinnen anbieten, Second Hand Shop, Altkleidersammlung …

Innehalten ist gut, vor allem wenn´s anstrengend und schwer wird.

Denn mit dieser Arbeit sind viele Gefühle verbunden. Es ist grässlich, wie viel Frust und Selbsthass im Kleiderschrank gesammelt werden kann. Kleider die früher mal gepasst haben, in die Frau gerne noch reinpassen würde, … so viele Teile die daran erinnern das Frau sich nicht gefällt. Wieder und wieder höre ich Geschichten von  wenig wertschätzenden oder sogar bösartigen Bemerkungen wie:  „Das steht dir nicht, … darin siehst du dick aus, … dafür bist du zu alt, … ”

Beim Kleiderschrank Aufräumen wird immer wieder deutlich, das es nur zum Teil um Kleider geht. Viel herausfordernder ist meist der Umgang mit Glaubenssätzen und Erinnerungen.

Socken

… Laut einer Studie von Greenpeace werden übrigens 40% der Kleidungsstücke in deutschen Schränken nie getragen. Frauen besitzen durchschnittlich 118 Kleidungsstücke, Männer 73 Teile, ohne Strümpfe und Unterwäsche. Immerhin ein Drittel der Deutschen hat aber mindestens doppelt so viele Teile im Schrank.

 

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